• Emanuel Grammenos

Veranstaltung: Auf ein Bier mit Judith Bulter

Aktualisiert: Juni 11

Eine Playlist und Literaturliste zur Veranstaltung am 24.07.2019 im Club Zentral.

Im Zuge des Gesprächs "Auf ein Bier mit Judith Butler" geht es unter anderem um die Fragen: "Wie entstehen Geschlecht (sex) und Geschlechtsidentität (gender)" und "Welche Rolle spielt der Körper"


Zentraler Ausgangspunkt des Abends ist die folgende These: Durch die Erkenntnisse des feministischen Diskurses sprechen wir, bezüglich der Geschlechter, vom biologische Geschlecht (sex) und dem sozialen Geschlecht (gender). Im Gegensatz zu vielen früheren feministischen Theorien (z.B. Simone de Beauvoir) wendet sich Butler gegen diese Auffassung. Sie stört Folgendes:

In der Unterscheidung von Geschlecht (sex) und Geschlechtsidentität (gender) wird meist davon ausgegangen, dass das Geschlecht (sex) etwas ist, was der Geschlechtsidentität voraus geht. Der Körper ist als ein ‘Weibchen‘ oder ein 'Männchen' vorhanden und in diesen Körper werden dann die Geschlechtsidentitäten 'Mädchen/Junge' und 'Frau/Mann' eingeschrieben. Der Körper erscheint also als passives oder vor-gängig. Erst wenn der Körper 'da ist', wird er weiblich oder männlich. Vorher ist er aber schon ein 'Weibchen', respektive ein 'Männchen'.


Butler argumentiert gegen diese Auffassung. Argumentiert stattdessen, dass der Körper eben nicht etwas passiv, und/oder vorgängig ist. Sie geht statt dessen davon aus, der Körper werde durch Diskurse erst erschaffen. Mit Diskurse sind hier Sprechakte gemeint. Diese Sprechakte sind keine reinen Lautäußerungen, sie sind stattdessen soziale Praxen. Butler meint, dass z.B. eine Äußerung der Hebamme: "Es ist ein Mädchen", als Sprechakt auch eine soziale Praxis in Gang setzt. Die Hebamme bezieht (referiert) sich mit dem Satz nicht einfach nur auf eine körperliche Gegebenheit. Nein, die in Gang gesetzte Praxis erzeugt den geschlechtlichen Körper des Mädchens –und zwar sowohl seine soziale Realität (Leiblichkeit) als auch seine Materialität (Körperlichkeit). ...



Im Folgenden findet Ihr eine Reihe von, meiner Ansicht nach, interessanten Videos und Artikeln, mit denen Ihr Euch weitergehend mit dem Thema beschäftigten könnt. Dabei sollen alle Links und alle Literatur immer nur Gedankenanregungen sein, um die diskutierten Thesen des Abends weiterzuentwickeln, zu kritisieren und/oder beides :)


.links & videos


Am besten ist es doch, wenn man die Philosophin selbst fragen kann. Hier ein Video in dem Judith Butler ihre Position sehr verständlich darstellt:



In diesem Vortrag stellt Judith Butler ihre Positionen zum 25 jährigen ihre Werks 'Gender Trouble‘ Jubiläum noch einmal vor. Das Video ist zwar recht lang, aber der Vortrag ist meiner Ansicht nach brilliant:


Diese Vorlesung über Judith Butler von der Yale Universität finde ich ganz hervorragend (englisch):



Für all diejenigen, die sich schwer tun bei der These mitzugehen, dass das biologische Geschlecht nicht klarer-weise männlich oder weiblich ist empfehle ich diesen sehr bewegenden Vortrag von Emily Quinn:



Etwas mehr über die biologischen Hintergründe des Geschlechts und warum die Bi-Polarität der Geschlechter bei weitem nicht so biologisch festgeschrieben ist, wie das der naturalistische Diskurs Glauben machen will, gibt es in diesem Vortrag von Verena Birkenbihl (deutsch):


Ich habe das Ganze als eine YouTube Playlist angelegt, so dass Ihr es alles an einer Stelle habt:



.literaturliste


Am Ende noch eine klassische Literaturliste für alle, die sich etwas tiefgreifender und textgebundener mit Judith Butler und/oder feministischer Philosophie auseinandersetzen wollen:


Das 'Hauptwerk' von Judith Butler:

Das Unbehagen der Geschlechter. Judith Butler.

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Eine 'Ergänzung' zum Unbehagen der Geschlechter. Hier begegnet Butler Kritik an diesem Werk:

Körper von Gewicht. Judith Butler.

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Eine ganz hervorragende Einführung. Super verständlich, sehr klar strukturiert:

Judith Butler zur Einführung. Hannelore Bublitz.

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Wer sich mit feministischer Philosophie insgesamt auseinandersetzen will, findet in dieser Einführung eine gute Begleiterin: Einführung in die feministische Philosophie. Ursula I. Meyer

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Ein Klassiker der feministischen Theorie ist das Werk "Das andere Geschlecht" von Simone de Beauvoir. Es fantastisch scharfsinniges und philosophisch brillantes Werk, das in keinem Bücherregal fehlen sollte:

Das andere Geschlecht. Simone de Beauvoir.

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© 2018 von Emanuel Grammenos